Fachtagung "Gleichstellung und Mobilität"

Schwerin, 4. April 2011

Mobilitätsvorsorge im ländlichen Raum ist eine Herausforderung, der sich Mecklenburg-Vorpommern vor dem Hintergrund demografischer Wandlungsprozesse offensiv stellen muss. Vor diesem Hintergrund luden die Parlamentarische Staatsekretärin für Frauen und Gleichstellung MV, Dr. Margret Seemann, und der Landesfrauenrat MV e.V. in Kooperation mit IMPULS MV am 04. April 2011 zu einer Fachtagung mit dem Titel "Gleichstellung und Mobilität - Impulse für alternative Lösungsansätze zum Abbau von Mobilitätshemmnissen im ländlichen Raum" nach Schwerin ein.

Die Fachtagung zeigte eine geschlechterdifferenzierte Sichtweise auf die Mobilitätssituation Erwerbsfähiger im ländlichen Raum auf. Zudem wurden alternative Lösungsansätze zum Abbau von Mobilitätshemmnissen vorgestellt und diskutiert.

Die Parlamentarische Staatssekretärin für Frauen und Gleichstellung MV betonte, dass die Teilhabe arbeitsloser Menschen am Erwerbsleben häufig an der fehlenden Mobilität scheitere (Foto: Claudia Geist (Staatskanzlei MV).) Elke-Annette Schmidt (IMPULS MV) stellt die Ergebnisse einer Befragung zu Mobilitätshemmnissen bei Frauen in MV vor. Mobilitätsbörse: Die Gäste der Fachtagung informieren sich über Formen alternativer Mobilität und Praxisbeispiele in MV Zahlreiche Gäste aus Politik und Verwaltung sowie Vertreter/innen von Integrations- und Gleichstellungsprojekten nutzten die Gelegenheit, sich über Mobilitätshemmnisse insbesondere bei Frauen in MV und alternative Lösungsansätze zu informieren.
Impressionen von der Fachtagung "Gleichstellung und Mobilität" am 4. April 2011 in Schwerin. Fotos: Claudia Geist (Staatskanzlei MV) / Wera Pretzsch (IMPULS MV).

Dr. Margret Seemann (Parlamentarische Staatssekretärin für Frauen und Gleichstellung MV) eröffnete die Fachtagung am Vormittag mit einem Grußwort. Erfahrungen von Arbeitsagenturen und Projekten zur Integration arbeitsloser Menschen in den Arbeitsmarkt zeigten, erläuterte Seemann den Hintergrund der Fachtagung, dass eine Teilnahme insbesondere von Frauen am Erwerbsleben häufig an fehlender Mobilität scheitere.

Thilo Schelling (Ministerium für Verkehr, Bau und Landesentwicklung MV) erläuterte in seinem Referat die Möglichkeiten und Grenzen des ÖPNV in Mecklenburg-Vorpommern. In manchen Regionen ginge es nicht darum, den ÖPNV zu erhalten. Vielmehr, so Schelling, müsse der ÖPNV erst entwickelt und alternative Angebote jenseits des Schüler/innen-Verkehrs bzw. außerhalb der Schulzeiten geschaffen werden. 

Dr. Lutz Laschewski (acedo) gab den Anwesenden einen Überblick über das komplexe Zusammenspiel von  Strukturwandel, Geschlechterrollen und Mobilität in ländlichen Räumen in MV.

Elke-Annette Schmidt (IMPULS MV) stellte dann die Ergebnisse einer Befragung von Arbeitsagenturen, ARGEn sowie Integrations- und 50+-Projekten in MV vor. Sie habe bestätigt, so Schmidt, dass fehlende Mobilität bei erwerbslosen Frauen häufiger als bei Männern ein Hindernis für eine Arbeitsaufnahme sei. Für die Entwicklung von Lösungsansätzen sei es wichtig, zwischen strukturellen (z.B. fehlender Führerschein) und motivationsbedingten (z.B. Angst) Mobilitätshemmnissen zu differenzieren.

Im Anschluss an eine Mobilitätsbörse war der Nachmittag dann der Präsentation und Diskussion ausgewählter alternativer Mobilitätsangebote vorbehalten. Birgit Müller (Landkreis Müritz) stellte die Jugendbusse des Landkreises, eine Form des CarSharing, vor. Wolfgang Peters (Sozialagentur Ostvorpommern) erläuterte eine Form der Subjektförderung: Um erwerbsfähigen Hilfebedürftigen eine Arbeitsaufnahme, Ausbildung oder Umschulung zu ermöglichen, stellt die Sozialagentur in Kooperation mit dem TÜV Nord  für eine Gebühr von 5 EUR/Tag Mietautos zur Verfügung. Abschließend illustrierte Prof. Dr. Dr. Helmut Pratzel (Törpiner Forum MV), wie eine Bottom-up-Initiative - in diesem Fall ein Bürgerbus - Alternativen zum ÖPNV schaffen und die Mobilität in strukturschwachen ländlichen Gebieten nachhaltig verbessern kann.


Präsentationen downloaden:

Dr. Lutz Laschewski: Ländliches Leben und Gleichstellung in einer mobilen Gesellschaft

Elke-Annette Schmidt (IMPULS MV): Mobilität in ländlichen Räumen als Voraussetzung zur Teilhabe von Frauen und Männern am Erwerbsleben in MV - Ergebnisse einer Befragung

Birgit Müller (Fachdienst Jugendarbeit Jugendamt Landkreis Müritz): Jugendbusse im Landkreis Müritz

Wolfgang Peters (Sozialagentur Ostvorpommern): Mobilitäts-Projekt der Sozialagentur Ostvorpommern und des TÜV NORD

Prof. Dr. Dr. Helmut G. Pratzel: Bürgerbus des Törpiner Forum e.V.


Projekte und Initiativen in MV für alternative Mobilität:

Dezentrale Dienstleistungszentren

Mobile Dienste

Verkehrsdienstleistungen


Mehr Informationen zur Fachtagung

Fachtagung "Gleichstellung und Mobilität": Programm

Fachtagung "Gleichstellung und Mobilität": Einladung

Gleichstellung und Fachkräftesicherung durch neue Mobilitätskonzepte (Pressemitteilung der Parlamentarischen Staatssekretärin für Frauen und Gleichstellung MV, 04.04.2011)


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(IMPULS MV - Fachgruppe Mobilität)