Fakten zur Situation Alleinerziehender

60.100 Alleinerziehende leben und arbeiten in Mecklenburg-Vorpommern. 25.900 versorgen Kinder unter 18 Jahren. 90,2 % der Alleinerziehenden sind Frauen. Insgesamt stellen Alleinerziehende 12,0 % aller Haushalte im Land.* Dies sind deutlich weniger als in den letzten Jahren (2000 = 14,0 %, 2008 = 14,6 %).** Dennoch kann davon ausgegangen werden, dass der Anteil Alleinerziehender an den gesamten Familienhaushalten seit 1996 um mehr als 50 % gestiegen ist.***

Fast 50 % der Alleinerziehenden verdienen ihren Lebensunterhalt durch eine Erwerbstätigkeit, 30 % erhalten Arbeitslosengeld I und II.*

Lebensunterhalt Alleinerziehender in Mecklenburg-Vorpommern

Insgesamt hat sich mit alleinerziehenden Müttern und Vätern eine Lebensform entwickelt, die zukünftig immer mehr Menschen (phasenweise und größtenteils ungeplant) leben werden.

Alleinerziehende in Deutschland sind eine der drei Bevölkerungsgruppen mit dem höchsten Armutsrisiko. Schwierige Rahmenbedingungen, wie z. B. fehlende Kinderbetreuungsplätze (vor allem in Rand- und Schließzeiten sowie im Hortbereich), unflexible Arbeitszeiten, zurückhaltende Arbeitgeber und damit verbunden eingeschränkte Möglichkeiten auf dem Erwerbs- und Einkommensmarkt sowie steuerliche Benachteiligungen skizzieren die Situation der Alleinerziehenden.

Hilfsangebote von staatlicher Seite müssen darüber hinaus auf eine sehr heterogene Gruppe reagieren: Alleinerziehende gehören unterschiedlichen Altersgruppen an, haben unterschiedliche Schul- und Bildungsabschlüsse und unterschiedlich alte Kinder.

Aufgrund der multiplen Herausforderungen, denen diese Gruppe gegenübersteht, ist es schwer, das vorhandene Potential, das sich hier verbirgt, vollständig zu nutzen. Dies ist aber notwendig, um den zukünftigen Anforderungen im Bereich des Arbeits- und Fachkräftebedarfs entsprechend begegnen zu können.

Um die Situation der Alleinerziehenden zu verbessern, wurden in den letzten Jahren vor allem zwei unterschiedliche Wege bestritten: die Arbeit mit der Zielgruppe selbst und die Arbeit in Netzwerken.

Die Arbeit mit der Zielgruppe fokussiert vor allem auf Alleinerziehende selbst, die Leistungen nach dem SGB II erhalten. Vordergründung geht es hier im Aktivierung, Integration in Erwerbstätigkeit sowie soziale und beschäftigungsbezogene Stabilisierung von Alleinerziehenden (vgl. Bundesinitiative "Gute Arbeit für Alleinerziehende").

Der zweite Ansatz dagegen zielt nicht auf Alleinerziehende als Personen, sondern auf die Kooperation lokaler Träger der aktiven Arbeitsmarktpolitik, der Kinder- und Jugendhilfe und anderer öffentlicher Leistungen und Träger. Ausgangspunkt der Überlegungen ist dabei, dass in den meisten Fällen kein Mangel an Angeboten vor Ort für arbeitssuchende und beschäftigte Alleinerziehende herrscht, sondern dass diese oftmals nicht bekannt sind. Die Kooperation der o. g. Institutionen soll dies ändern, um so den komplexen Bedarfslagen Alleinerziehender entsprechend Rechnung tragen zu können (vgl. Bundesinitiative "Netzwerke wirksamer Hilfen für Alleinerziehende).

*Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern (Hrsg.): Bevölkerung, Haushalte und Familien in Mecklenburg-Vorpommern (Mikrozensus) 2009. Teil 2 - Familien. Schwerin 2010.
** Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern (Hrsg.): Bevölkerung, Haushalte und Familien in Mecklenburg-Vorpommern (Mikrozensus) 2000. Teil 2 - Familien. Schwerin 2001.; Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern (Hrsg.): Bevölkerung, Haushalte und Familien in Mecklenburg-Vorpommern (Mikrozensus) 2008. Teil 2 - Familien. Schwerin 2009.
*** Ministerium für Soziales und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern (Hrsg.): Bericht zur Lebenssituation von Haushalten mit Kindern in Mecklenburg-Vorpommern. Schwerin 2009.