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Frauen Macht Politik

30.08.2011 12:41

"Von der Kunst Karriere zu machen"

Politik scheint immer noch eine Männerdomäne zu sein. Das gilt für die Kommunalpolitik noch mehr als für die "große" Politik in Bund und Land. So beträgt der Frauenanteil im Deutschen Bundestag mit 33 %. Im Landtag Mecklenburg-Vorpommers waren im August 2011 22% der Abgeordneten weiblich. Zur gleichen Zeit saßen im Kreistag des Landkreises Bad Doberan 19 % Frauen und in der Rostocker Bürgerschaft 37,7 %.

Warum ist das so? Und warum führen die Frauen, die dennoch den Schritt in die Politik wagen, so selten ihre Fraktion oder einen Ausschuss?

Diese Fragen waren Gegenstand der zweite Veranstaltung der Reihe "Von der Kunst, Karriere zu machen", die am 23.08.2011 von 18:00 - 20:00 Uhr im Foyer des Rostocker Rathauses stattfand.

     
Impressionen

Zahlen und Fakten zum aktuellen Stand präsentierte Frau Dr. Conchita Hübner-Oberndörfer (Universität Rostock) in ihrem Einstiegsreferat. Sie versuchte aber auch zu belegen, was Frauen hemmt, in politischen Führungspositionen zu agieren und welche Faktoren die „gläserne Decke“ bestimmen, die es Frauen schwer macht, bestimmte Positionen zu erreichen.

In einer anschließenden Podiumsrunde standen

  • Steffen Bockhahn (DIE LINKE)
  • Dr. Conchita Hübner-Oberndörfer (Universität Rostock)
  • Karina Jens (CDU)
  • Anke Knitter (SPD)
  • Dr. Ulrich Seidel (FDP)

für die Diskussion zur Verfügung.

Ausgehend von ihrer jetzigen Position in der Politik und einem kurzen Abriss zum politischen Werdegang steuerte die Moderatorin, Marion Richten, die Diskussion über ein Fragenspektrum, das, ausgehend von den eigenen Beweggründen für politisches Agieren, den Blick auf vorhandene Strukturen richtete, damit sich mehr Frauen politisch engagieren wollen. Außerdem sollten sie Strategien und Maßnahmen benennen, die die jeweilige Partei ergreift, um die Förderung von Frauen in Führungspositionen voranzubringen.

Die jeweiligen Statements ließen schnell eine sehr lebendige Diskussion aufkommen, sowohl unter den Podiumsteilnehmenden wie zwischen Podium und  Publikum.

Gründe für das eigene politische Agieren waren für alle Teilnehmenden in erster Linie Themen, die sie bewegen und die sie politisch platzieren wollen. Manchmal war es aber auch das Agieren zur richtigen Zeit und am richtigen Ort, die sie auf dem politischen Karriereweg weitergebracht haben.

Bei den vorhandenen oder zu ändernden Strukturen innerhalb der Parteien, gingen die Meinungen erwartungsgemäß auseinander. Bei manchen war die Quote als Chance für einen geregelten Zugang gesetzt und eine legitime Möglichkeit. Andere argumentierten, an der politischen Kultur muss gearbeitet werden. Frauen müssen viel offensiver angesprochen werden. Ggf. sind auch Coaching-Angebote oder Mentoring-Programme notwendig.

In den Parteien werden unterschiedliche Strategien und Maßnahmen ergriffen, um mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. Dabei spielen Vorbilder eine wichtige Rolle. Auch hier war für einige die Quote der richtige Weg, aber auch andere Möglichkeiten, wie unterstützende Qualifizierungen oder die Begleitung durch Mentorinnen und Mentoren.

In der anschließenden offenen Diskussion, wurde über die Bedeutung von Netzwerken gesprochen, um Interessen zu stützen. Es wurde aber auch hervorgehoben, dass an den vorhandenen Strukturen noch viel zu ändern ist. Das politische Geschäft nimmt auf persönliche und private Belange der in ihr agierenden  bisher viel zu wenig Rücksicht. Aber auch die politische Kultur muss sich ändern, um mehr Frauen zur Beteiligung zu bewegen. Die bisher gepflegten „Rituale“ und „Spielregeln“ sprechen Frauen nicht an, bzw. grenzen sie aus.
Auch der Umgang mit den Medien wurde diskutiert und die Frage, welche Strategien notwendig sind, um sich von Meinungsmache abgrenzen zu können.

Zum Abschluss forderte die Moderatorin die Podiumsbeteiligten auf, einer  14-jährigen jungen Frau Gründe zu nennen, die ihr Lust auf Politik machen könnten.

Hier waren die Argumente, dass Politik weibliche Sichtweisen braucht, dass sie die Chance hat, ihre Ziele zu erreichen und sich Herausforderungen zu stellen. Es wurde auch argumentiert, dass Politik Spaß macht.

Die Veranstaltungsreihe wird am 25.10. 2011 mit dem Thema: „Karriere in der Wissenschaft“ fortgesetzt. Sie findet in der Universität Rostock, Ulmenstr. 69, 18057 Rostock, in der Zeit 18:00 – 20:00 Uhr, statt.

Die Veranstaltungsreihe ist ein Kooperationsprojekt der AGENTUR DER WIRTSCHAFT Rostock, des Frauenbildungsnetzes MV e.V., der Gleichstellungsbeauftragten der Hansestadt Rostock, der Fachstelle des Landesfrauenrates MV IMPULS MV – Regionalstelle für Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt/Mittleres Mecklenburg sowie des Projektes "Karrierewege für Frauen in Wissenschaft und Wirtschaft" an der Universität Rostock.

Mehr Information:

Einstiegsreferat Dr. Conchita Hübner-Oberndörfer

Weitere Informationen:

http://www.adwi.de
http://www.frauenbildungsnetz.de
http://www.rostock.de
https://www.uni-rostock.de/struktur/vertretungenbeauftragte/gleichstellungsbeauftragte/projekte/karrierewege-fuer-frauen-in-wissenschaft-und-wirtschaft-mv/

Kontakt für Rückfragen:
IMPULS MV - Regionalstelle Mittleres Mecklenburg
Dr. Cathleen Kiefert-Demuth

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