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Fast ein Drittel der Alleinerziehenden in MV ist auf Sozialleistungen angewiesen

07.06.2010 14:10

Neue Publikation informiert über die Situation Alleinerziehender im Nordosten

Medieninformation downloaden
Allein sein zu müssen ist das Schwerste, allein sein zu können das Schönste. Zur Situation Alleinerziehender in Mecklenburg-Vorpommern" downloaden

Fast 20.000 Alleinerziehende-Haushalte in Mecklenburg-Vorpommern sind auf Leistungen aus dem SGB II (Hartz IV) angewiesen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Davon betroffen sind auch rund 30.000 Kinder, die in diesen Haushalten leben.* Nachzulesen ist diese beunruhigende Zahl in der neusten Publikation der Schriftenreihe "IMPULS MV". Unter dem Titel "Allein sein zu müssen ist das Schwerste, allein sein zu können das Schönste" präsentiert sie aktuelle Fakten zur Erwerbs- und Einkommenssituation Alleinerziehender in Mecklenburg-Vorpommern.

"Alleinerziehende haben es auf dem Arbeitsmarkt schwer. Diese Tatsache beschäftigt zunehmend auch die Politik. IMPULS MV als Fachstelle des Landesfrauenrates MV zur Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt war es deshalb wichtig, aktuelle Daten zu den Lebensbedingungen von Alleinerziehenden in unserem Land zur Verfügung zu stellen. Zudem wollten wir auf die Heterogenität der Gruppe hinweisen", erklärt Dr. Cathleen Kiefert aus der IMPULS-Regionalstelle in Rostock das Anliegen der Publikation. Denn im Grunde sei es kaum möglich, von "den" Alleinerziehenden zu sprechen, erläutert Kiefert weiter: "Alleinerziehende weisen verschiedenste Bildungs- und Berufsabschlüsse auf und verdienen ihren Lebensunterhalt auf vielfältige Art und Weise. Zudem variiert das Alter der Alleinerziehenden und ihrer Kinder stark." Angesichts der sehr unterschiedlichen Bedarfslagen müssten Alleinerziehenden differenzierte Hilfsangebote unterbreitet werden, um sie besser in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Ausgehend von der Prämisse Erwerbsarbeit ließen sich sechs Gruppen von Alleinerziehenden unterscheiden: "Erwerbstätige mit und ohne ALG II-Bezug, Mini- bzw. Ein-Euro-Jobber/innen mit und ohne ALG II-Bezug sowie Nichterwerbstätige mit und ohne ALG II-Bezug", führt Kiefert aus.

"Alleinerziehende verfügen über viele Kompetenzen und den Willen zu arbeiten. Hier verbirgt sich ein Arbeits- und Fachkräftepotenzial, dass ein Land wie Mecklenburg-Vorpommern angesichts des demografischen Wandels unbedingt erschließen muss", meint Kiefert.

In Mecklenburg-Vorpommern wachsen insgesamt 86.000 Kinder bei nur einem Elternteil auf. Das ist rund jedes fünfte minderjährige Kind im Land.** Die Zahl der Alleinerziehenden steigt kontinuierlich an. Allein seit 1996 hat sich die Zahl der Alleinerziehenden-Haushalte um mehr als 50 Prozent erhöht.*** 90,4 Prozent der Alleinerziehenden in MV sind Frauen. Insgesamt liegt der Anteil Alleinerziehender an Familienhaushalten in MV bei 14,6 Prozent. Das ist weniger als im Bundesdurchschnitt (18,3 Prozent).**

"Allein sein zu müssen ist das Schwerste, allein sein zu können das Schönste" kann auf der Website von IMPULS MV unter www.impuls-mv.de/downloads heruntergeladen werden. Das Heft ist die zweite Publikation der Schriftenreihe "IMPULS MV", die viermal im Jahr über die Erwerbssituation von Frauen und Männern in Mecklenburg-Vorpommern informiert.

Über IMPULS MV

IMPULS MV ist eine Fachstelle des Landesfrauenrats MV e.V., die sich in Mecklenburg-Vorpommern für mehr Chancengleichheit von Frauen und Männern im Erwerbsleben engagiert. Zu diesem Zweck sollen gemeinsam mit Projektträgern und Vertreter/innen aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft Konzepte entwickelt und umgesetzt werden, die zu einer nachhaltigen Verbesserung der Erwerbssituation insbesondere von Frauen beitragen. Das Themenspektrum von IMPULS MV umfasst Fragen der Berufsfrühorientierung von Mädchen und Jungen ebenso wie berufsbezogene Weiterbildung und Qualifizierung oder die Existenzgründung und Unternehmensnachfolge durch Frauen. Um einen hohen Regionalbezug und eine enge Zusammenarbeit vor Ort zu gewährleisten, unterhält IMPULS MV insgesamt fünf Regionalstellen in Anklam, Ludwigslust, Rostock, Stralsund und Waren (Müritz). IMPULS MV wird aus Mitteln des Landes Mecklenburg-Vorpommern sowie des Europäischen Sozialfonds gefördert.


Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Dr. Cathleen Kiefert
Fon: 0381-4965837
Mail: impuls.kiefert@landesfrauenrat-mv.de.

Quellen:
* Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Stand: Dezember 2009
** Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern (Hrsg.): Bevölkerung, Haushalte und Familien in Mecklenburg-Vorpommern (Mikrozensus) 2008. Teil 2 – Familien. Schwerin 2009.; Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hrsg.): Dossier: Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Alleinerziehende. Basel/Berlin 2009.
*** Ministerium für Soziales und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern (Hrsg.): Bericht zur Lebenssituation von Haushalten mit Kindern in Mecklenburg-Vorpommern. Schwerin 2009.

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